Deutscher Buchpreis 2026 für Shida Bazyar

Pressestatement des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Hermeskeil Stefan Ding

Wir sind sehr stolz darauf, dass mit Shida Bazyar eine in Hermeskeil geborene und hier aufgewachsene Autorin mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Das ist eine herausragende persönliche Auszeichnung für sie und zugleich etwas ganz Besonderes für die Verbandsgemeinde Hermeskeil.

Ihr Roman richtet den Blick allerdings nicht nur auf unsere Heimat, sondern ganz bewusst auch auf ein dunkles Kapitel unserer Geschichte. Er erzählt von der Zeit des Nationalsozialismus, von Ausgrenzung und Antisemitismus. Dass diese Geschichte heute so sichtbar wird, verdanken wir ganz wesentlich auch der Aufarbeitung von Heinz Ganz-Ohlig in seinem Buch "Juden im Gaumusterdorf". Seine Arbeit hat wichtige Grundlagen geschaffen dafür gebührt ihm ausdrücklich unser Dank.

Dabei zeigt sich für mich auch, welche Entwicklung die Verbandsgemeinde Hermeskeil genommen hat: von den Verbrechen und der Ausgrenzung während der nationalsozialistischen Zeit über die Aufarbeitung unserer eigenen Geschichte bis hin zu einer Verbandsgemeinde, die heute für Weltoffenheit und Toleranz stehen möchte. Shida Bazyars Eltern kamen als Geflüchtete aus dem Iran nach Deutschland, sie selbst wurde hier geboren und ist hier aufgewachsen. Ihre Geschichte steht damit auch für ein Hermeskeil, das Menschen unabhängig von ihrer Herkunft eine Heimat und die Möglichkeit geben möchte, ihren eigenen Weg zu gehen. Dass eine junge Frau mit dieser Familiengeschichte von hier aus ihren Weg gemacht hat und heute mit der bedeutendsten Auszeichnung für deutschsprachige Literatur geehrt wird, erfüllt uns deshalb mit besonderem Stolz.

Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus in Deutschland wieder erschreckend präsent ist, dürfen wir die dunklen Kapitel unserer Geschichte nicht verdrängen. Erinnerung bedeutet für mich deshalb immer auch Verantwortung für die Gegenwart. Der Erfolg von Shida Bazyar zeigt, wie wichtig es ist, hinzusehen und sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen – und zugleich, welchen Wert eine offene und tolerante Gesellschaft hat.

Dieser Deutsche Buchpreis verbindet ein Stück Hermeskeiler Vergangenheit mit unserer Gegenwart und mit der Frage, wofür wir als Verbandsgemeinde heute stehen wollen. Darauf können wir mit großer Freude und auch mit Stolz blicken.